Der
seliggesprochene Pfarrer Stefan Wincenty Frelichowski
Er ist am
22. Januar 1913 in Chełmża zur Welt gekommen und war das dritte von 6 Kindern
von Ludwik und Marta geborene Olszewska. Die Grundschule und das Lyzeum hat er
in Chełmża abgeschlossen. Am 21. März ist er der 2. Zawisza Czarny
Pfadfindergruppe beigetreten. Kurz danach wurde er zum Mitglied des
Jugendverbandes der Gemeinschaft Christlichen Lebens. Die beiden Organisationen
haben ohne Zweifel seine Lebenseinstellung und seinen Charakter in gewisser
Maße geprägt. In der Pfadfindergruppe stieg er ständig zu neuen Funktionen und
Graden auf.
Im Jahre
1931 ist er dem Priesterseminar in Pelplin beigetreten. Während des Studiums,
zwischen 1933 und 1936, war er Kommandant von dem Kreis des Starszoharcerskie
Zreszenie Kleryków (Verband von Pfadfinder-Pristerseminaristen). Die
Priesterweihe hat er am 14. März 1937 empfangen. Zuerst erfüllte er die
Funktion des Kaplans und des persönlichen Sekretars von Stanisław Wojciech
Okoniewski - Bischof des Bistums Kulm (Chełmno). Am 2. Juli 1938 wurde er zum
Vikar der Maria Himmelfahrt Pfarrgemeinde in Thorn (Toruń). In seiner
seelsorgerischen Arbeit nutzte er die in der Pfadfindergruppe gesammelte
Erfahrung. Ohne Probleme verstand er sich mit Jugendlichen und wurde von ihnen
gemocht. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bereitete er die
Jugendlichen zu schweren und verantwortungsvollen Aufgaben vor, die im
Kriegsfall notwendig gewesen wären.
Am 11.
September 1939 wurde Pfarrer Frelichowski samt mit anderen Pfarrern seiner
Gemeinde von Deutschen verhaftet. Die Pfarrer wurden im Thorner Gefängnis
geschlossen, dann wurden sie entlassen. Pfarrer Frelichowski wurde erneut am
18. Oktober verhaftet. Man hat ihn im Fort VII eingesperrt, wo er 3 Monate
blieb. Während des Aufenthalts im Fort organisierte er das religiöse Leben
unter den Häftlingen. Pfarrer Wojciech Gajdus, Mithäftling von Pfarrer
Frelichowski, schreibt folgend darüber:
„…im Fort
VII gab es im Obergeschoss eine dunkle Bäckerei für Soldaten. Gleich hinter dem
Ofen, bei der Wand, gab es ein bisschen Platz, da legten die Häftlinge ihre
Sündenbekenntnisse vor dem Pfarrer ab. Jungen und Männer tasteten in der
Dunkelheit nach der Ecke der Bäckerei. Da wartete ein Mann, der mit dem Gott
die Seelen versöhnte. Mehrfach sah ich die Geste, die Bitten ausdrückte, den
Gott und den Menschen anflehte und sie vereinigte. Ich sah die Menschen, die
von dem Bäckerei-Beichtstuhl, von dem Mann, der da immer wartete,
zurückkehrten… Dieser Pfarrer nahm die Beichte wie alle anderen Pfarrer ab. Was
war daran so außergewöhnlich? Das war Wicek, er fing den Gott unmittelbar und
man fühlte den Moment; etwas in seiner Stimme… brachte das Echo von der Stimme,
die selten gehört werden konnte. Die Stimme, die dem Herzen diesen Schlag gab,
bei dem der Hungrige das Brot bekam und der Leere voll wurde, so dass ihm
befohlen wurde weiter zu gehen - und zu vertrauen“.
Am 10.
Januar 1940 wurde Pfarrer Frelichowski samt mit anderen Pfarrern ins Lager in
Nowy Port, in Danzig, transportiert. Dort blieb er fast eine Monate. Ende
Januar wurde er ins Stutthof-Lager geschickt.
In Stutthof
wurden Pfarrer zu schwierigsten Aufgaben gezwungen. Während der Abendapellen
wurden sie wegen vermeintlicher Ordnungswidrigkeiten, wie z.B. „schlechte
Arbeit“, oft zur Prügelstrafe verurteilt. Während eines der Apellen
wollte Pfarrer Frelichowski anderen Häftlingen den Mut geben, deshalb ging er
als erster zur Prügelstrafe. Als einer der Häftlinge, der aus Pommern stammte,
starb, wagte Pfarrer Frelichowski eine streng im Lager verbotene
Bestattungszeremonie vollzuziehen. Dafür wurde er von Deutschen verprügelt. Am
21. Marz 1940, am Gründonnerstag und am 24. Marz am Ostern, beteiligte sich
Pfarrer Frelichowski an Veranstaltung und Haltung der Messe. Die beiden Messen
haben im Pfarrer-Block vor dem morgendlichen Weckruf heimlich stattgefunden.
Am
Karfreitag, am 22 März 1940, haben die SS-Männer die Pfarrer besonders
gequält. Es wurde ihnen angeordnet sich auf den Boden zu legen. Der Lagerführer
trat auf sie und schlug sie mit einem Stock. Pfarrer Frelichowski tröstete die
Pfarrer mit den Worten vom Heiligen Paulus: „Jetzt freue ich mich in
den Leiden.... Ich setze also meinen Körper für das ein, was von den Leiden des
Messias für seine Gemeinde noch aussteht.“
Im
Stutthof-Lager arbeitete Pfarrer Frelichowski beim Hinaustragen der Leichen aus
dem Revier und bei den Arbeiten im Steinbruch von dem Grenzdorf-Unterlager. Am
9. April 1940 wurde der Pfarrer ins KL Sachsenhausen zusammen mit ungefähr 1000
Häftlingen transportiert. Im Lager bekam er die Nummer 20966.
In
Sachsenhausen wurde der Pfarrer erniedrigt und verfolgt. Der Blockführer,
Kriminalist Hugo Krey, wollte Pfarrer Frelichowski vor den SS-Männern und
Häftlingen lächerlich machen, indem er ihn zu seinem „Bischof“ ernannte. Als
Zeichen dafür sollte Pfarrer Frelichowski sich so rasieren, dass auf seinem
Kopf etwas wie ein Scheitelkäppchen blieb. Pfarrer Frelichowski akzeptierte
ruhig alle Schikanen. Nachdem er zum Block 56 versetzt wurde, musste er Barken
ausladen und Ziegel für das neue Krematorium tragen. Außer der schweren
Arbeit, organisierte und entwickelte er die ganze Zeit das religiöse Leben im
Lager.
Mitte
Dezember 1940 wurde Pfarrer Frelichowski, mit anderen Seelsorgern, ins KL
Dachau transportiert, wo er nach 4 Jahren den Märtyrertod erlitt. In Dachau
hatte er die Nummer 22492.
An
Fleckfieber und Lungenentzündung erkrankt starb Pfarrer Stefan Wincenty
Frelichowski im Block 7 am 23. Februar 1945. Mit Erlaubnis der Obrigkeit des
Lagers wurde seine Leiche öffentlich im Sektionssaal gezeigt. Der Leiter von
diesem Saal, ein Freund von Pfarrer Frelichowski, Medizinstudent Stanisław
Bieńka, auf Wunsch von Pfarrer B.Czapliński nahm zwei Knöchel aus dem
Ringfinger der rechten Hand, um die Reliquie abzusichern. Aus eigener
Initiative machte er einen Gipsausguss von seinem Gesicht. Der Gipsausguss samt
mit einem Knöchel wurden auf dem Lagergelände vergraben. Nach der Befreiung des
Lagers wurden sie der Mutter, Marta Frelichowska, übergegeben. Das zweite
Knöchel wurde in die Mauer von Maria Himmelfahrt Kirche in Thorn
eingemauert.
Im Jahre
1964 begann Bischof des Bistums Kulm Kazimierz J. Kowalski ein neues Verfahren,
um mehr Informationen über das Leben und heroische Tugenden vom Pfarrer
Frelichowski zu sammeln. Im Jahre 1992 hat die Kongregation für die Selig- und
Heiligsprechungsprozesse das Thorner Bistum mit der Kontrolle über das
Verfahren betraut. Am 18. Februar 1995 wurde das Verfahren feierlich beendet.
In 1999 hat der Papst Johannes Paul der II den Pfarrer Stefan Wincenty
Frelichowski seliggesprochen. In 1948 bekam Pfarrer Frelichowski posthum
den Orden Polonia Restituta und in 1995 – das Silberne Verdienstkreuz für
die Verdienste für den Polnischen Pfadfindergruppeverband. Seinen Namen bekamen
ein Platz in Thorn und die Glocke von der Kirche in Jastrząb.
Quelle:
Elżbieta Grot „Błogosławieni męczennicy obozu Stutthof” Gdańsk
1999.
ws
Tłumaczenie:
Maja Jabłońska
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